Noch ein paar Probetöne, dreimal tief durchatmen, die schweissnassen Hände am Kostüm abtrocknen und sie nochmals richtig durchschütteln – dann kann es mit dem «Ohremyggeli» losgehen. Die Töne sitzen. Die Übergänge passen. Der Rhythmus stimmt. Lauter Applaus brandet auf, ein paar Jubelschreibe und vereinzelte Bravos. Yael Kym hat geliefert.

 

Draussen im Gang wird sie von ihren Freundinnen und der Familie beglückwünscht. «Ich bin ja keine Expertin. Aber mein Ohr hat gemerkt, dass es gut war. Rhythmus, Ansätze – alles ganz toll», lobt das Grossmami stolz. Auch Yael selber ist zufrieden. Mit einem konkreten Ziel sei nicht angetreten, erklärt die Möhlinerin, die bei den Wurlitzer Zunzgen pfeift.

«Ich möchte einfach Spass haben, Musik machen und versuchen, es zu geniessen.» Bereits Stunden vor ihrem Auftritt sei sie nervös gewesen. Die Vorbereitungen auf der Bühne seien auch eine Art Ritual, um sich auf sich selber konzentrieren zu können und so für die dreieinhalb Minuten bereit zu sein.

 

Mit Mentaltraining gegen Nervosität

Anspannung, Nervosität, Druck. Gefühlslagen, die zu jedem Wettspiel dazugehören. Besonders, wenn man alleine vorspielen muss. Beim Preistrommeln und Preispfeifen sind sie vor allem bei den Jungen spürbar. Der Eingangsbereich zum Saal des Hotel Engel wurde so am Samstag zu zum Wechselbad der Gefühle. Der 15-jährige Matthias Hess musste aufgrund seiner Nervosität sogar das Eintrommeln abbrechen.

Doch als es zählte, war er bereit. «Ich bin plusminus zufrieden», lautet sein nüchternes Fazit. Für das Preistrommeln ist er extra aus dem solothurnischen Mümliswil angereist, um von einer Jury seine Trommelkünste bewerten zu lassen. Nach dem Einzel bei den Jungen nahm er noch in der Gruppe bei den Jungen, in den Gruppe bei den Erwachsenen und in Solo Duo mit seiner Mutter teil. Um seine Nervosität vor Wettspielen in den Griff zu bekommen, mache er zuhause Mentaltraining.

Preistrommeln und Preispfeifen können so auch zur Belastung werden. Eine junge Pfeiferin der Excalibur Liestal war über ihre eigene Leistung derart enttäuscht, dass sie die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. «Sonst hat es immer prima geklappt», klagt sie enttäuscht. Kim Niederhauser von der Nuggiclique Sissach nahm es lockerer. Die Nervosität gehöre zu ihrem Naturell. «Eigentlich ein Grund, um nicht mehr mitzumachen», meint sie mit einem Lächeln.

 

Aber das Preispfeifen gehöre halt irgendwie dazu. «Für mich ist es auch eine Motivation, um zuhause mehr zu üben.» Die Platzierung sei ihr zweitrangig. «Jemand muss auch Letzte werden». Den Humor hat die 17-jährige Sissacherin auch nach ein paar Patzern nicht verloren. Das Ziel, das alle auf der Bühne vereint, sei klar, verrät Lisa Buser aus Buckten. «Einfach ohne Hänger durchkommen.» Das ist ihr mit dem «Altfrank» bestens gelungen.

 

Alle werden gleich bewertet

Ein Mitleids- und Jöö-Bonus dürfe es für die Jury auch bei den Jüngsten nicht geben, stellt OK-Mitglied Stefan Freiermuth klar, der selber regelmässig als Juror bei Wettspielen Punkte verteilt. «Das nützt niemandem etwas, als letztes den Teilnehmenden.» Die maximal möglichen Punktzahlen und die Bewertungen sind bei allen gleich.

«So können sich alle mit allen vergleichen und sehen in ihrer musikalischen Entwicklung auch Fortschritte, in dem sie immer mehr Punkte holen. Das tut gut und motiviert», glaubt Freiermuth. Das, was man höre, müsse man jurieren. «Ob jetzt jemand acht, 18 oder 85 Jahre alt ist.»

 

Die Gewinnerin der Pfeifer Anfänger.

Die Zuschauer hatten sichtlich Spass.

Die Gewinner Einzeln Erwachsenen.

Die Gewinner der Kategorie SoloDuo.

 

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